Montag, 11. Juli 2011

Die beste Freundin und andere wichtige Meinungen

Viele Praktikanten, die ich erlebt habe, wissen nicht was sie werden wollen und wenn man hinterfragt, dann merkt man, das die Bekannten ihnen immer von diesem oder jenem Schritt abgeraten haben und sie somit in ihrer beruflichen Laufbahn gebremst haben, da sie mehr auf sie hören, als auf sich selbst. Das ist eine Erscheinung, die es immer gab, nur scheint sie in den letzten Jahren verstärkt aufzutreten. Jeder ist ein Individualist, nur eigene Wege finden sie nicht und das ist Problem. Um eine Bewerbung zu schreiben, müssen Sie unbedingt wissen, was Sie wollen, sich also eine Meinung bilden und das kann man nur, wenn man weiß was gut und was schlecht für einen ist und selbst da fangen die Probleme schon an.
Von vielen Seiten bekommt man gesagt, was gut für einen ist und nicht die Person selber entscheidet und solange dies so gehandhabt wird, solange ändert es sich auch nicht. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Gerne können Sie sich Meinungen einholen und auch mit in ihre Bewerbung einfließen lassen, aber bitte nur in dem Maße, wie es gut für Sie ist. Sie müssen für Jahre in dem Job arbeiten oder eben für Jahre zu Hause sein und nicht Ihre Freundin. Vertrauen Sie dem Fachmann. Vertrauen Sie dem Friseur, dem Herrenausstatter und vor allem vertrauen Sie sich und bleiben Sie bei Ihrer Richtung.
Sie können ihre Mappe hundert Menschen zeigen und bekommen einhundert Meinungen und am Ende sind Sie verwirrter als vorher. Meine Ratgeber waren immer diejenigen, die davon nichts wussten. Menschen, die Fähigkeiten besaßen, die ich gerne hätte, wurden beobachtet und ich versuchte hinter ihr Geheimnis zu kommen und wendete das an, was sie meiner Meinung nach dorthin gebracht hat, wo ich gerne hin wollte.  Sie können sich Vorlagen nehmen und sich daran orientieren und dessen muss man sich nicht schämen. Im Handwerk wird so gelernt und gearbeitet. Orientieren Sie sich immer nach oben, nie nach unten. Trends sind immer kurzlebig und nie ewig und deshalb auch gefährlich.  

Foto:LAC/BAC flickr

Dienstag, 14. Juni 2011

Alles Retusche oder was?

 Seit die Menschheit zeichnet, werden Portraits verschönert und oft unrealistisch widergegeben. Sich schöner darstellen zu lassen ist ein Grundbedürfnis, das es schon immer gab. Nun leben wir in digitalen Zeiten und alles ist möglich. Ich musste mich positionieren und ich habe mich auch bei der Retusche für weniger ist mehr entschieden. Die beste Retusche ist die, die der Kunde nicht bemerkt. Er darf nie einem Bild nie anmerken, das dieses oder jenes bearbeitet wurde. Das Portrait soll ihm gefallen und nicht die Retuschearbeit. Es gibt den Spruch, das man erst schauen sollte und dann fotografieren und das tue ich. Es ist im Nachgang schwieriger etwas auszubessern, was ich bei der Aufnahme schon hätte beachten können. Zur Retuscheproblematik kommt hinzu, das wir authentische Menschen sind. Wir haben einen anderen Bezug zu unserem Körper, als zum Beispiel unsere  Nachbarn in Frankreich und dem möchte ich Rechnung tragen. Natürlich spielen regionale Befindlichkeiten auch eine Rolle, eine Frau aus Berlin empfindet sich z.B. anders als eine Frau aus einem Dorf im Spreewald.  Das Wesen eines Menschen erkennt man an seiner Ausstrahlung, nicht am Make up und nicht an der Retuschearbeit. Wenn Sie schöne, authentische Bilder möchten, dann sind Sie bei mir richtig. Für künstliche Barbiepuppenbilder bin ich die Falsche.

Foto:RedRum 87  http://galerie.designnation.de/bild/28278

Montag, 6. Juni 2011

Kleider machen Leute / Wie kleide ich mich fürs Bewerbungsfoto


Es gibt sehr viele Bücher zum Thema Typberatung und Outfit und dieser Blog möchte dieses Thema wenn überhaupt nur anschneiden und eine andere Sichtweise aufzeigen.
Das oberste Gebot hierzu sollte sein, das Sie sich wohlfühlen. Sind Sie gerade ein frischer Ingenieur/in und müssen in die Anzugfraktion wechseln, dann lässt sich das sanft gestalten. Schritt für Schritt. Sie können sich zum Beispiel ein Hemd und die Krawatte ausleihen und damit zum Fotografen gehen.

Das Motto ist, das man nie die Jahreszeit auf den Bewerbungsfotos sehen darf, also den grobgestrickten Norwegenpullover lassen Sie bitte zu Hause, genauso wie das Spagettiträgeroberteil. Ebenso ungünstig sind Rollkragenpullover und Kapuzenshirts. Große Schriftzüge auf den Shirts sollten gemieden werden. Man sollte einem Oberteil nie ansehen, welche politische Einstellung Sie vertreten. Im Zweifel halte ich mich immer an zeitlose Klassiker. Fällt der Fototermin in den Sommer, dann nehmen Sie sich das oder mehrere Oberteile, die Sie beim Vorstellungsgespräch gedenken zu tragen, mit zum Fotografen und ziehen Sie sich dort vor Ort um. Sollte der Fotograf keine Möglichkeit haben zum Umziehen, dann verlassen Sie das Geschäft, dann ist er nicht der Richtige für Sie. Fotos in Berufsbekleidung können sehr reizvoll sein. Es gibt Berufskleidung, die auf den ersten Blick modisch nicht der Hit ist, aber selbst dann lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen und glauben Sie mir jede Branche hat auch ihre Bekleidungsgeschichte, die sehr spannend sein kann. Arbeitskleidung soll dem Träger ein gewisses Tragegefühl vermitteln und mit Hilfe der Kleidung identifiziert man sich mit dem Beruf und der Firma, was sich positiv auf die Leistungen auswirkt. Beobachten Sie nur mal den Gang von Zimmermännern in ihrer Kluft und Sie werden verstehen, was ich meine.

Fotografen sehen die Welt der Mode mit anderen Augen, da sie, so sollte es sein, vor ihrem inneren Auge das fertige Bild sehen und Sie glauben gar nicht wie oft ich mir den kompletten Kleiderschrank der Kunden in das Studio wünsche, da sie oft die ungünstigsten Teile mitbringen. Es steckt sehr viel mehr in einem Menschen als er selber zu sehen vermag und diesen Seiten zu zeigen sehe ich als meine Aufgabe an. Alleine die vielfältigen Sichtweisen auf dem Businessgebiet sind unheimlich spannend, da auch jede Firma eine andere Philosophie hat und jeder Kunde seine Eigenarten. Diese so abzustimmen, das alle Beteiligten im höchsten Maße zufrieden sind, ist ein Erlebnis das mich bei jedem Kunden und bei jeder Firma wieder Neues lernen lässt. Das jedes Kleidungsstück seine Botschaft hat, das weiß man im allgemeinen, das aber im Kontext mit dem Gegenüber zu sehen ist für viele neu und das selbst bei Bewerbungsbildern, die ja oft als Passfotos gesehen werden, ist für die meisten ohnehin Neuland. Kleiderwahl hat mit der Außendarstellung zu tun und auch darüber gibt es sehr viel Literatur. Mein Anliegen ist es Sie dafür zu sensibilisieren, wie der erste Eindruck beim Arbeitgeber ist, oder besser welchen Sie erzeugen möchten, denn das liegt in Ihrer Macht. Sie können alle Punkte selber bestimmen. Sollten Sie nicht wissen was für einen Eindruck Sie hinterlassen möchten, außer natürlich das er positiv ist, dann lassen Sie sich beraten. Schildern Sie dem Fotografen, dem Friseur, dem Visagisten, der Boutiqueverkäuferin, der Schmuckverkäuferin, kurz allen, die mit Außendarstellung zu tun haben Ihren Wunsch. Gute Berater werden das Gegebene (Körper, Statur, Lebensumstände), Ihre Wünsche und die Gegenseite beachten und es wird Sie überraschen was oder wer in Ihnen steckt.

Wechseln Sie den Friseur oder das Modegeschäft wenn Sie sich nicht wohlfühlen, denn Sie müssen mit dem Outfit leben, nicht der Verkäufer und wenn Sie ein Oberteil mit einer unfreundlichen Bedienung assoziieren, dann werden Sie sich in dem Teil nicht wohlfühlen und da kann es noch so schön sein. Legen Sie aber eine Kette an, die Ihnen von einer reizenden freundlichen Person verkauft wurde, dann werden Sie diese Kette stets gerne umlegen.
Foto:MJ/TR  (flickr)
Schauen Sie sich ihr Foto immer wieder gerne an, dann habe ich als Fotografin gute Arbeit geleistet, dann verwenden Sie es gerne für eine Bewerbung. Anders gesagt: Könnten Sie sich selber küssen dann sind Sie in der richtigen Stimmung und diese Stimmung spürt der Arbeitgeber. Diese positive Stimmung wird auch über die Kleidung erzeugt und wenn sie dem Fachmann vertrauen, dann werden sie ein Bilderlebnis der besonderen Art erleben und sich in sich selbst verlieben und das vielleicht in einem Outfit welches Sie nie oder nur selten im Alltag tragen würden. Wie schon erwähnt, wir Fotografen sehen die Welt mit anderen Augen und ich im speziellen habe schon sehr viele Kleidungsstücke mit den unterschiedlichsten Charakteren darin erlebt und meine Augen sind daraufhin sehr geschult und sensibilisiert. Wie, was in welchem Verhältnis gut aussieht und das alles in Verbindung mit der Arbeitgeberseite, da sind die Überlegungen, die ich in Bruchteilen von Sekunden, nach dem Eintreffen des Kunden tätige und darauf hin werden Entscheidungen getroffen, die Ihnen zugute kommen. Eine hohe Beobachtungsgabe, Menschenkenntnis und Verständnis gehören zu den Kompetenzen die einen guten Fotografen auszeichnen.

Dienstag, 31. Mai 2011

Jugendwahn

Es gibt immer wieder mal Trends und Strömungen, so auch den Jugendwahn, den ich als sehr gefährlich erachte. Niemand hat etwas gegen gesunde Ernärung und ein frisches Aussehen, doch Bewerbungfotos, die aussehen, als sei man gerade aus der Photoshopwerkstatt gekommen sind nicht im Sinne des Erfinders und machen auf Dauer unglücklich. Achten Sie bei der Auswahl des Fotografen, das er Sie nicht allzu sehr verjüngt, denn das lernen die Fotografen heute leider in der Berufschule viel zu früh und vernachlässigen andere Bereiche. Bitte bleiben Sie authentisch, auch beim Schreiben Ihrer Bewerbung. Der Arbeitgeber sollte Sie sympatisch finden und keine Angst vor Ihnen bekommen, denn auch wer zu schön ist hat Probleme. Mein Tipp: Seinen Sie natürlich, beim Schreiben, wie beim Foto. Rechtschreibprogramme hin oder her, es ist wichtig, das Sie Ihre Bewerbung durch die Rechtschreibkorrektur laufen lassen, aber wichtiger ist, das Sie mit Herz schreiben, denn das berührt den Leser, den Chef.

Profilbilder

Zu dem Thema Fotos wurde ja schon oft viel geredet und geschrieben und ich will Ihnen nicht erklären, wie Sie zum Fotografen zu gehen haben. Das wissen Sie alleine. Mir geht es um den bewussten Umgang mit Bewerbungsfotos, die auch als Profilbilder genutzt werden können und sollten, denn ein Chef googelt auch oder läßt googeln. Ein gutes Profilfoto ist genauso wichtig, wie ein gutes Bewerbungsfoto und es kommt hier nicht auf Perfektion an, sondern auf Authenzität. Viele Bilder sind heute zu künstlich und die Personen erkennen sich darauf nicht mehr wieder. Also achten Sie auf Ihre Profilbilder.

Bei Absagen nicht gleich aufgeben

Nehmen Sie Absagen nie persönlich. Es kann gut sein, das Ihre Bewerbung einfach ´"durchgerutscht" ist, was heißen soll, das sie im Stress nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient hat. Ein erneuter Versuch lohnt sich, wenn Sie die Bewerbung umgestalten. Sie können z.B. Initiativbewerbungen schicken. In großen Firmen wird man sich nicht gleich daran erinnen, das Sie schon einmal eine Bewerbung geschrieben haben. Das fällt erst später auf und dann schadet dieses Wissen Ihnen auch nicht. Im Gegenteil, es zeigt dem Chef wie engagiert Sie sind.